Grenzgang
01.05.2026: Grenzgang
Am 1. Mai versammelten sich knapp 600 Wanderer um 11 Uhr vor dem Feuerwehrgerätehaus. Bei strahlendem Sonnenschein, gut gelaunt und mit einem gefülltem Verpflegungsrucksack ausgestattet, begaben sie sich auf die knapp 12 km lange Strecke entlang der Momberger Gemarkungsgrenze. Angeführt vom Momberger Ranzemann Axel Groß, Ortsvorsteher Timo Stark und Bürgermeister Thomas Groll ging es in Richtung Gemarkungsgrenze Mengsberg.
Dort wurde die Gesellschaft von einem „Schlagbaum“ ausgebremst und Ortsvorsteher und Ranzemann mussten sich die Überquerung der Grenze mit einigen Flaschen Schnapps erkaufen. Am ersten Rastplatz konnten die kulinarischen Vorräte wieder aufgefüllt und neue Kräfte gesammelt werden.
Weiter ging es durch den Wald, auf die mit 350 Metern höchste Erhebung Mombergs, dem Martinsberg. Entlang der Grenze nach Wolferode und den sogenannten „Sandweg“ wurde die zweite Raststation erreicht. Von hier aus nutzen einige die Gelegenheit, mit dem Bürgerbus zum Dorfzentrum zurückzufahren.
Wer noch genügend
Energie hatte, konnte auf dem letzten Teilstück an der Grenze zu Speckswinkel einige schöne historische Grenzsteine bewundern.
Am Dorfzentrum angekommen erwarteten die teils erschöpften aber stolzen Grenzgänger leckere Blechkuchen der Momberger Kaffeetanten und deftige Grillspezialitäten.
Natürlich wurde bei warmen Temperaturen auch das ein oder andere Kaltgetränk gereicht.
Für die Kinder hatte „Momberg4 Kids“ vom Trägerverein einen kleinen Spieleparcours aufgebaut.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Grenzgang eine gelungene Veranstaltung und ein wunderschöner Tag für Alle war. Der Festausschuss 800-Jahre Momberg bedankt sich bei allen Helfern, die zum Gelingen dieser Veranstaltungen beigetragen haben. Ob bei den wochenlangen Vorbereitungen oder am Tag der Veranstaltung.
Vielen Dank!
Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer ist solch eine Veranstaltung nicht möglich.
Vielen Dank auch der Stadt Neustadt und dem städtischen Bauhof für die Unterstützung.
Der Momberger Grenzgang – informativ und interessant !
Unsere Gemarkung mit ca. 1100 Hektar Fläche hat eine Gemarkungsgrenze von ca. 20 km.
Die Gemarkungsgrenze im Süden wird durch viel überregionale Infrastruktur geprägt. Die Autobahn BAB 49, die große 380.000 Volt Stromversorgungstrasse, daneben eine Stromtrasse der Deutschen Bahn AG, eine überregionale Gasversorgungspipeline und die Schienen der Main-Weser-Bahn tangieren mehr oder weniger unsere südliche Gemarkungsgrenze.
Daher laden wir Sie ein: Kommen Sie mit uns zum landschaftlich interessanteren Teil unserer Gemarkungsgrenze, nördlich der alten Handelsstraße „Durch die langen Hessen“.
Treffpunkt ist am 1. Mai 2026, 10:30 Uhr am Feuerwehrhaus. Dort kann Proviant in einem kleinen Rucksack für wenig Geld erworben werden. Abmarsch wird um 11:00 Uhr sein. Die Strecke, von knapp 12 km, führt entlang der alten Grenze zwischen dem Fürstbistum Mainz, zu dem unser Momberg gehörte, und der Landgrafschaft Hessen-Kassel, die über Jahrhunderte galt. Kommen Sie mit uns vorbei am Naturschutzgebiet „Momberger Bruchwiesen“, dem mit 220 Metern Meereshöhe niedrigsten Teil unserer Gemarkung. Hier wollte Landgraf Carl von Hessen Kassel im 18. Jahrhundert einen Treidelkanal zwischen Weser und Lahn errichten.
Vorbei am vergessenen Momberger Freibad, dem Diebsgraben und der Hardtmühle, die im 18 und 19. Jahrhundert Räuberbanden Unterschlupf bot. Vorbei am Kalksteinbruch, in dem 1956 das nach Momberg benannte versteinerte 220 Millionen Jahre alte Meerestierchen erstmals entdeckt wurde. Es fand als „Gondolella Mombergensis“ Eingang in die Paläontologische Fachliteratur.
Entlang am heutigen Kalksteinbruch der Firma Hainmüller kommen wir zu unseren ersten Rastpunkt. An dieser Stelle, bei km3,5 können wir uns bei angebotenen Speisen und Getränken stärken und den ersten Teil der Strecke auf uns wirken lassen.
Hier beginnt nun der ca. 440 Hektar große Momberger Wald, der, so wie die gesamte Gemeinde, 1974 in die Stadt Neustadt (Hessen) eingemeindet wurde. Erklimmen Sie nun mit uns den „Martins Berg“, mit ca. 350 Metern die höchste Erhebung unserer Gemarkung. Hier oben an der Rhein – Weser Wasserscheide war vor langer Zeit einmal ein Dreiländereck. Es trafen das Kurfürstentum Mainz, die Landgrafschaft Hessen-Kassel und die Landgrafschaft Hessen-Marburg aneinander. Heute sind es die Gemarkungen Momberg, Mengsberg und Wolferode. Nun folgen wir auf dem alten Patrouillenweg entlang der Grenzsteine aus dem Jahre 1756, die den westlichen Teil unserer Gemarkungsgrenze markieren.
Nach ca.7,5km Wanderung werden wir eine größere Rast einlegen und es wird auch hier kühle Getränke und Speisen angeboten, bevor wir zum Quellgebiet des Kählbaches kommen. Kurz vor Ende des Waldes kann man noch, etwas abseits, die Quellfassungen der ersten Momberger Wasserleitung erkunden.
Wir gehen weiter entlang der historischen Grenzesteine und kommen zum nördlichen Ende des Kählbacher Holzes. Von hieraus kehren wir zum Dorfzentrum zurück, wo wir uns über das Erlebte in gemütlicher Runde bei ab 15:00 Uhr bei Kaffee und Kuchen oder auch Bratwurst und Bier austauschen können.
Einen Hinweis für nicht so geübte Wanderer möchten wir noch geben. Sie können gerne auch nur Teilbereiche der Strecke mit erkunden. Sowohl früher aussteigen als auch später einsteigen, der Bürgerbus kann Sie zu oder von den Rastplätzen fahren. Und wenn gar nichts mehr geht kommt der „Besenwagen“ und sammelt Sie auf.
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